Rundbrief 2017

Shimla (Himalaja), im Dezember 2017

Im Jahr 2017 habe ich acht Monate an diesem großartigen Ort 2300 m hoch im Gebirge verbringen dürfen. Möglich machte es ein Stipendium des Indian Institute of Advanced Study, eines geisteswisenschaftlichen Forschungsinstituts der indischen Regierung. Es ist im ehemali-gen Gebäude des britischen Vizekönigs (Viceroy) angesiedelt. Bis zur Unabhängigkeit verbrach-te die Kolonialregierung die Sommermonate in diesem weitläufigen, teilweise verfallenden Ge-bäude. Ich empfand es als großes Privileg, in dieser Umgebung, in dieser Bergwelt, zu wohnen. Ein angehängtes Foto zeigt den Blick von meinem Studierzimmer.

Das Stipendium machte es mir zur Auflage, ein Buch zu schreiben. Ich habe ein Thema gewählt, für das ich schon vor beinahe zwanzig Jahren gesammelt hatte: Einen Vergleich von Rabindra-nath Tagore und dem deutschen Erzieher und Schulgründer Paul Geheeb. Die beiden trafen sich 1930 und hielten Kontakt. Geheebs Ecole d’Humanité im Berner Oberland (Schweiz) habe ich häufig besucht und dort im Archiv gearbeitet. Von der schulischen Atmosphäre war ich immer beeindruckt. In ihrer Zeit waren Paul und Edith Geheeb ein Knotenpunkt deutsch-indischer geistiger Beziehungen. Ende März 2018 endet das Stipendium.

Zum ersten Mal habe ich meine Dorfarbeit länger als zwei oder drei Monate ruhen gelassen, was ich als Probe und Einübung in die Zukunft verstanden habe. Alles in allem hat unser Team groß-artige Selbständigkeit und Reife bewiesen. Niemanden freut das mehr als mich. Von der laufen-den Dorfarbeit in Ghosaldanga, Bishnubati und der Schule (RSV) kann man über die Website des Freundeskreis Ghosaldanga und Bishnubati e.V. erfahren www.dorfentwicklung-indien.de. Sie wird jeden Monat aktualisiert.

Zwei Bücher sind erschienen, ein deutsches und ein englisches. Lebens-Reisen. 9 Versuche der Ferne näher zu kommen (Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach) enthält sehr persönliche Essays über meine wichtigen, lebensverwandelnden Reisen und Aufenthalte. Darunter sind meine Pilgerschaft zum Berg Kailash und Berg Athos, meine Besuche im italienischen Alpen-dorf Preia, in dem meine Großmutter geboren wurde, sodann meine so eindrücklichen Reisen in Schottland und in Nepal.

Das zweite Buch habe ich auf Englisch geschrieben – ein Buch für Kinder und Erwachsene. Es heißt Together We are Strong! Ramu and Tara Grow Up in the Himalayas (Ponytale Books, New Delhi). Meine Erlebnisse in einem nepalesischen Bergdorf gaben mir die Idee. Zwei Kinder wachsen in diesem Dorf auf und erobern sich ihre Welt.

Zweimal habe ich Deutschland besucht, im Februar und Oktober – Vorträge, Buchlesungen, Besuche, Archivarbeit – und zwei Monate in Santiniketan verbracht, den Januar und September. Es war ein fruchtbares, auch gesundes Jahr, dafür danke ich. Allen wünsche ich gesegnete Weihnachten und ein gutes Jahr 2018. Mögen wir alle weiterhin zusammen bleiben!

Martin Kämpchen.

www.martin-kaempchen.com

 

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