Zum Siebzigsten

Einsteiger in Indien

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F.A.Z. – Politik

Samstag, 08.12.2018

Personalien

Martin Kämpchen 70

Er ist der Mann des Feuilletons dieser Zeitung in Indien, und das schon seit einem Vierteljahrhundert. Damals war Martin Kämpchen schon seit zwei Jahrzehnten in Indien ansässig, und in diesen 45 Jahren hat er den Blick immer wieder besonders auf Ausgestoßene und Opfer einer Gesellschaft gerichtet, der sich der in Boppard geborene Gast tief verbunden fühlt. Kämpchen lebt im westbengalischen Santiniketan, dem Ort, der wie kein anderer mit Leben und Wirken des indischen Literaturnobelpreisträgers Rabindranath Tagore verbunden ist. Die vergleichsweise kleine Stadt ist eine Akademikersiedlung, aber in ihrer Nähe liegen zwei Stammesdörfer, deren Armut Kämpchen durch ein Hilfsprojekt zu lindern sucht. Die Verantwortung dafür hat er schon vor Jahren den Dorfeinwohnern übertragen, aber immer noch ist er regelmäßig im deutschsprachigen Raum unterwegs, um Unterstützung einzuwerben. Wer den weißhaarigen eleganten Herrn dabei trifft, möchte ihn ob seines Aussehens und seiner Herzlichkeit für einen weisen Brahmanen halten, aber niemand kennt die Realität des indischen Kastendaseins, dessen Protagonisten sich mit dem Abschied vom Althergebrachten schwertun, besser als er. Mittlerweile mehr als dreihundert Beiträge verdankt diese Zeitung ihrem in jeder Hinsicht freien Mitarbeiter. Dass er seinen morgigen siebzigsten Geburtstag groß feiern wird, ist nicht zu erwarten; Kämpchen nimmt sich selbst nicht so wichtig. Umso wichtiger ist seine Stimme zu dem, was in Indien geschieht. (apl.)

 

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